1. Mai wir waren dabei!

Veröffentlicht am 08.05.2011 in Allgemein

Letzten Sonntag war es wiedereinmal soweit. Es war der erste Mai, der Tag der Arbeit. Wie in jedem Jahr riefen die Gewerkschaften dazu auf, an diesem Tag auf die Straße zu gehen und für eine gerechtere Gesellschaft zu demonstrieren. Das ließen sich auch viele Mitglieder der AfA Rhein-Neckar nicht zweimal sagen und kamen zu den Kundgebungen in der Region.

Der erste Mai hat eine lange Tradition. Am 1. Mai 1856 gingen australische Arbeiter auf die Straße, um für den 8-Stundentag zu demonstrieren. Daran anknüpfend riefen die Gewerkschaften in den USA 30 Jahre später, am 1. Mai 1886, zu einem Generalstreik auf, ebenfalls mit dem Ziel den 8-Stundentag zu erreichen. Zwar konnte dieses Ziel 1886 noch nicht erreicht werden und der Generalstreik in Chicago endete mit vielen Toten, aber dennoch war die Tradition des 1. Mai als Tags der Arbeit geboren. Bereits 4 Jahre später fanden deshalb am ersten Mai erstmals weltweit Demonstrationen und Streiks statt.
Seitdem hat sich viel verändert. Nicht nur, dass es heute völlig ungefährlich ist, zu einer der zahlreichen Mai-Demos zu gehen, auch die Ziele haben sich verändert. Allerdings nicht deshalb, weil die Gewerkschaften die alten Ziele aufgegeben haben, sondern weil die vielen Ziele wie beispielsweise eben der 8-Stundentag seit Langem erreicht sind. Aber auch heute noch gibt es vieles, was es in der Arbeitswelt zu verbessern gibt.
Besonders aktuell war in diesem Jahr das Thema der unbegrenzten Arbeitnehmerfreizügigkeit für ArbeitnehmerInnen aus Osteuropa. Denn seit dem 1. Mai können jetzt auch Menschen aus den östlichen EU-Staaten ohne Einschränkungen nach Deutschland kommen, um hier zu arbeiten, wenn sie das möchten. Prinzipiell ist es natürlich eine gute Sache, wenn jeder EU-Bürger dort arbeiten kann, wo er oder sie möchte. Allerdings nicht, wenn diese neue Freiheit von einigen Arbeitgebern, deren Betriebe keine Tarifverträge haben, dazu benutzt wird, um die Löhne hier vor Ort nach unten zu drücken. Um dies zu verhindern, forderten die Gewerkschaften in diesem Jahr unter anderem die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns und der gesetzlichen Festlegung des Grundsatzes „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“.

Der erste Mai ist also auch nach mehr 120 Jahren nicht überflüssig geworden, vielmehr war es wichtig, dass auch die AfA-Mitglieder in diesem Jahr wieder gezeigt haben, dass sie Verbesserungen im Arbeitsbereich wollen und bereit sind sich dafür einzusetzen. Denn Verbesserungen kommen nicht von alleine ...

Alex Leonhardt

 

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