Arbeit - auch an Universitäten - braucht Gerechtigkeit und Sicherheit

Veröffentlicht am 07.07.2017 in Pressemitteilungen

In ihrer Jahrespressekonferenz hat die Stiftung Deutsche Krebshilfe erstmals klar schlechte und unsichere Arbeitsbedingungen in der universitären Forschung als Hauptgrund für den drohenden Mangel an Forscherinnen und Forschern in der deutschen Krebsforschung benannt - vor allem Frauen seien betroffen. „Es ist schwer nachzuvollziehen, dass 2010 81,5 % der ärztlichen sowie 92,3 % der nicht-ärztlichen wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen in der Hochschulmedizin nur befristet beschäftigt sind. Potenzielle Clinican Scientists sowie Medical Scientists werden kaum ihre berufliche Zukunft in einem Forschungsgebiet sehen, das nicht verspricht, sie langfristig an einem Ort halten zu können.“, kritisiert die Heidelberger SPD-Vorsitzende Marlen Pankonin die Arbeitsverhältnisse in der Forschung.


Immer häufiger werden hochqualifizierte Hochschulabsolventinnen und -absolventen von der Industrie abgeworben, die mit besser bezahlten und vor allem planungssichereren Arbeitsverträgen lockt.

Diese besorgniserregende Entwicklung gefährdet nach Angaben der Deutschen Krebshilfe nachhaltig die Versorgungsqualität in Deutschland. Gerade Krebspatientinnen und -patienten sind auf die Ergebnisse von innovativer universitärer Forschung angewiesen.

Fiona Karl, Sprecherin der Juso-Hochschulgruppe in Heidelberg, erweitert die Perspektive: „Die generellen Arbeitsbedingungen an der Universität sind vor allem im Mittelbau unzumutbar.

Menschen, die sich wünschen, ihr Leben der universitären Forschung und Lehre zu widmen, werden durch enormen Konkurrenzdruck, der Forderung nach maximaler Mobilität und vor allem immer wieder kurzer Befristung ohne Lebensperspektive stehen gelassen, weshalb Spitzenkräfte oft nach einiger Zeit enttäuscht in die Industrie abwandern. Nur mit der Schaffung langfristiger Stellen kann eine qualitativ hochwertige Forschung und Lehre dauerhaft gewährleisten werden."


Zur Vermeidung prekärer Lebenssituationen für Betroffene aber auch für künftige Forscherinnen und Forscher fordert auch Mark Fischer, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der SPD Heidelberg, dass künftige Arbeitsverträge eine langfristige Perspektive bieten müssen. "Wir brauchen für den wissenschaftlichen Nachwuchs nicht nur in der Krebsforschung endlich klar strukturierte Arbeitsverhältnisse. Die arbeitnehmenden Forscherinnen und Forscher brauchen Aussichten auf eine gesicherte berufliche Zukunft in der Forschung auch außerhalb einer Professur. Angemessene Befristungszeiträume in der Dissertationsphase und im Anschluss klare Perspektiven auf unbefristeten Stellen für die folgende berufliche Entwicklung sind seit langem dringend erforderlich."

Fischer sieht hier vor allem auch Theresia Bauer, Landtagsabgeordnete der Grünen aus Heidelberg und Wissenschaftsministerin in Baden-Württemberg in der Pflicht, endlich Konzepte auf den Tisch zu legen. "Bauer darf die Probleme des Mittelbaus an den Universitäten und Forschungseinrichtungen nicht auch in ihrer zweiten Amtszeit weiter ignorieren. Diese Ignoranz gefährdet den Forschungsstandort Baden-Württemberg und Heidelberg", so Fischer abschließend.

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