Toilettenmisere auf dem Schloß - SPD macht Druck für eine Lösung - Kommt Kombiticket Bergbahn/Schlossbesuch?

Veröffentlicht am 05.09.2007 in Stadtratsfraktion

Die Fraktion und MdB Junginger

Man stelle sich vor, ein Bus mit einer internationalen Touristengruppe kommt am Heidelberger Schlosspark an. Einige Gäste müssen direkt nach der Fahrt auf Toilette. Doch das geht erstmal nicht. Im Schlosspark ist keine Außentoilette. Die Gäste müssen erst Eintritt (drei Euro) zahlen, um in den Schlosshof zu kommen. Dort müssen sie sich dann erneut anstellen und wiederum Eintritt für die Toilettenbenutzung (30 Cent) zahlen. Ein Ärgernis für viele der jährlich 1,2 Millionen das Schloss besichtigenden Touristen, die mit Unverständnis auf diese Verhältnisse reagieren.

Auch für einige Heidelberger Bürger ist dies unangenehm, zumal viele Besucher gar nicht in den Schlosshof wollen. Abends ist die Situation besonders schlimm: ab 18:30 Uhr sind auch die Toiletten im Schlosshof geschlossen und nicht wenige Besucher „gehen dann in die Büsche“, wie Gästeführerin Barbara Lorenz erläuterte. Für Behinderte ist selbst eine Toilettennutzung im Hof kaum möglich, denn diese ist nur über eine steile Treppe zu erreichen.
Wie sind solche Verhältnisse in einer modernen Stadt, die dazu auch vom Tourismus lebt, möglich? „Kompetenzgerangel zwischen der Stadt Heidelberg und der Landesregierung ist die Ursache“, sagte der SPD-Landtagsabgeordnete Hans-Georg Junginger, der zusammen mit den SPD-Stadträten Anke Schuster, Lore Vogel, Irmtraud Spinnler und Reiner Nimis sowie Martin Bujard vom SPD-Kreisvorstand vor Ort war, um gemeinsam mit Pressevertretern diese Misere zu besichtigen. Die Stadtverwaltung verweist auf die Landesregierung, die für das Schloss zuständig ist, und die Landesregierung schiebt den schwarzen Peter zurück an die Stadt, da die Bergbahn ein städtisches Unternehmen ist. Und durch die Renovierung der Bergbahn ist diese Situation erst entstanden, da zuvor auf der Schlossstation Toiletten waren. Diese mussten weichen, auch um die Schlossstation behindertengerecht auszubauen. Dass als Konsequenz davon Behinderte nun auf dem ganzen Schlossgelände nicht mehr auf Toilette können ist eine Absurdität.
Um eine Lösung dieser Toilettenmisere zu bewirken, haben sich die SPD-Stadträte mit dem Landtagsabgeordneten Junginger zusammengetan und gemeinsam auf Landes- und kommunaler Ebene parlamentarische Anfragen gestellt. Die Antwort der Landesregierung ist unbefriedigend: Es wird auf den Neubau des Besucherzentrums verwiesen, das jedoch frühestens 2009 gebaut wird. „Eine Übergangslösung bis zu diesem Termin ist das Mindeste“, betonte Nimis. Dixi-Klos oder optisch adäquat hergerichtete Container kosten wenig. Das Problem ist nicht finanziell, es fehlt lediglich an einfacher politischer Koordination zwischen Bürgermeister und Landesregierung. Diese in Gang zu bringen war ein Ziel der SPD-Gruppe bei diesem Vororttermin zusammen mit Pressevertretern.
Ein weiteres politisches Ziel der SPD-Stadträte ist das Kombiticket, mit dem man Bergbahn und Schlossbesuch auf einmal bezahlt. Wer mit der Bergbahn bereits gefahren ist, weiß dass die Fahrt bereits eine Attraktion ist, die Touristen wie heimischen Besuchern den Schlossbesuch verschönert. Allerdings kostet die Fahrt fünf Euro, mit Schlosseintritt sind das acht Euro pro Person. Für Familien bietet die Bergbahn bereits heute günstige Tarife an (2+3 Ticket), die SPD möchte aber noch weiter gehen. Einen Vorschlag aus der SPD-Fraktion formulierte Spinnler: „Man könnte die Eintrittskarten für das Schloss mit 50 Cent Aufschlag verkaufen, die dafür auch zur Bergbahnfahrt berechtigen.“ Also 3,50 statt acht Euro. Dieses Modell würde dann dem einer Theaterkarte ähneln, die gleichzeitig zur Bus- und Straßenbahnanfahrt berechtigt. Schuster betont die Vorteile für den Umweltschutz und die Anwohner, wenn die Bergbahn Hauptverkehrsmittel zum Schloss wird und der Bus- und Autoverkehr zurückgeht.
Das Problem beim Kombiticket ist das gleiche wie bei den fehlenden Toiletten: Für das Schloss ist die Landesregierung in Stuttgart zuständig, für die Bergbahn die Stadt Heidelberg. Beide politische Ebenen müssen sich einigen, um die beiden drängenden Probleme auf dem Schloss zu lösen. Die SPD wird weiter Druck machen, damit das Kompetenzgerangel beendet und eine Lösung im Sinne der Bürger erreicht wird.

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