Arm trotz Reichtum – SPD Heidelberg stellt sich bei ihrem Neujahrsempfang unbequemen Wahrheiten

Veröffentlicht am 15.01.2017 in Kreisverband

Die Feiertage der vergangen Wochen mit reich gedeckten Tischen und Geschenken unter dem Weihnachtsbaum  waren noch gut Erinnerung, als die Heidelberger Genossinnen und Genossen sich am vergangenen Montag mit einem oft totgeschwiegenem Thema beschäftigten: Armut in Deutschland. Als Gastredner zum diesjährigen Neujahrsempfang hatte man den Vorsitzenden des Bundesverbands der Deutschen Tafeln e.V., Jochen Brühl, in das Gesellschaftshaus im Pfaffengrund eingeladen.

Jochen Brühl, Vorsitzender des Bundesverbands der Deutschen Tafeln e.V., im Gespräch mit Lothar Binding MdB

Entstanden Mitte der 1990er aus einer kleinen Bewegung von mutigen Berliner Frauen, gibt es in Deutschland heute 929 Tafeln und 2500 Ausgabestellen, in denen mehr als 60 000 Ehrenamtliche jedes Jahr ca. 1,5 Millionen Menschen versorgen. Doch Tafelläden sind weit mehr als Lebensmittelversorger. Sie machen verborgene Armut mitten in den Städten sichtbar. Es sind Orte der Begegnung von Menschen aus unterschiedlichen sozialen und gesellschaftlichen Hintergründen. Kurz: Orte des Zusammenhalts, an denen es oft auch fröhlich zugeht, wie Jochen Brühl betonte.
Im Interview mit dem Heidelberger Bundestagsabgeordneten Lothar Binding erklärte  er die Zusammensetzung der Tafel-Kundschaft: “Mehr als die Hälfte unserer Kundinnen und Kunden sind erwerbstätig, ca. 25 Prozent sind Rentnerinnen und Rentner. Tendenz: Steigend.“
Ein klares Zeichen der immer größer werdenden Gefahr der Altersarmut, der sich die SPD mit ihren Forderungen nach mehr Verteilungsgerechtigkeit seit Langem entgegenstellt. Für Lothar Binding, MdB ist der Fall klar: „Nur mit einer gerechteren Verteilung auf der Einkommensseite können wir dieser Entwicklung entgegenwirken. So müssen zum Bespiel die Steuersätze für Höchstverdiener sowie die Vermögens- und Erbschaftssteuer auf ein gerechteres Niveau angepasst werden.“
Doch von depressiver Stimmung ob des schweren Themas war an diesem Abend nichts zu spüren. Gespannt lauschten die etwa 150 Gäste der Diskussion, immer wieder kamen Nachfragen und konstruktive Beiträge aus dem Publikum.
Diese spiegelten sich auch im Schlusswort der Heidelberger SPD-Vorsitzenden Marlen Pankonin, auch mit Blick auf die diesjährige Bundestagswahl, wieder: „Lasst uns weiter für mehr Zusammenhalt und Gerechtigkeit kämpfen. Diese Themen bewegen unsere Gesellschaft wirklich und wir dürfen sie nicht lautstarken BlenderInnen mit den einfachen (Schein-)Lösungen überlassen.“


Für weitere Informationen über die ehrenamtliche Arbeit in diesem Bereich in Heidelberg empfehlen wir folgende Seiten:
Heidelberger Tafel (Link)
Caritas Heidelberg (Link)
Kinderschutzbund Heidelberg (Link)
Obdach Heidelberg (Link)
Bahnhofsmission Heidelberg (Link)

 

 

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